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Grossbrand in Toledo: Was wirklich geschah!

Veröffentlicht am 5. November 2005 - 02:48h unter Blogarchiv 2005-2012

Fünfzehn Minuten reichten aus, um die Gemeinschaftshalle der Kathedrale vollständig zu zerstören. Nur die Wände stehen noch. Die PVC-Decke, die hölzerne Struktur, Bänke, Tische, alles wurde von den Flammen aufgefressen. Kurz nachdem eine Gruppe die Halle verlassen hatte, entzündete sich gegen 14.15 Uhr das Feuer. Die Feuerwehr war zwar schnell zur Stelle, die Zerstörung konnte sie nicht mehr verhindern. Den vor der Halle geparkten Autos zersprangen wegen der grossen Hitzeentwicklung die Scheiben.

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Freiwillige begaben sich am Anfang des Brandes nochmals in das Gebäude, um Unterlagen, Bücher und religiöse Kunstwerke zu retten. Das zweistöckige Gebäude mit einer Gesamtfläche von etwa 2.000 Quadratmetern beherberte eine Bibliothek, das Sekretariat der Kirchengemeinde, sowie Konferenzräume und einen Veranstaltungsraum. Nach Eintreffen der Feuerwehr enfernte diese als Erstes die Gasflaschen der im oberen Stockwerk gelegenen Küche, während die Löschvorbereitungen getroffen wurden.

„Gott sei dank wurde niemand getötet“ war die Reaktion des örtlichen Bischofs José Bamberg. „Ich bete für Lucimar Castellani, damit er schon bald entlassen werden kann.“ Der Vikar der Kirchengemeinde erlitt einen Schock und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ansonsten gab es keinerlei Personenschäden. Durch eine gute Organisation konnten viele Bürger und deren Autos trotz vieler Schaulustiger noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Die Brandursache ist nachwievor ungeklärt. Die Stadtverwaltung schickte jedoch direkt Brandexperten zur Kathedrale, die die polizeilichen Ermittlungen unterstützen. Vermutet wird jedoch, dass marode Elektroleitungen in dem 30 Jahre alten Gebäude das Inferno entfachten. Der Sachschaden wird derzeit auf ca. 1.000.000 R$ (ca. 375.000 Euro) geschätzt.