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Gewalt in Belo Horizonte

Veröffentlicht am 7. November 2005 - 08:59h unter Blogarchiv 2005-2012

Ein 14-jähriger ist in Belo Horizonte mit 10 Schüssen aus einer Maschinenpistole in seinem Elternhaus getötet worden. Sein 45-jähriger Vater und die 32-jährige Mutter konnten die Tat nicht verhindern, da ihnen in Füsse und Beine geschossen wurde. Sie werden im Krankenhaus behandelt, schweben aber nicht in Lebensgefahr. Fünf Geschwister und ein Neffe blieben unverletzt, weil sie sich ausserhalb des Hauses versteckt hatten. Nur zwei Mädchen im Alter von zwei und drei Jahren waren noch im Haus anwesend.

Eine 21-jährige Schwester des Ermordeten sagte aus, dass am Abend zwei Männer vor der Tür gestanden hätten. Sie wären angeblich von der Polizei und befahlen, die Tür zu öffnen. Sie wäre misstrauisch gewesen und hätte dies abgelehnt. Daraufhin wären die Männer um das Haus gegangen und hätten sich durch eine andere Tür Einlaß verschafft. Die Schwester glaubt, der Grund des Verbrechens wären sogenannte „Klatschgeschichten“ im Viertel gewesen. Ihr Bruder hätte angeblich schlecht über einen der lokalen Drogenbosse geredet. Sie hätte auch vor fünf Jahren einen damals 19-jährigen Bruder verloren. Dieser wäre durch einen Schuß ins Gesicht beim Schlichten eines Streites getötet worden.

„Wir müssen so bald wie möglich umziehen, und zwar sehr weit weg“ erklärt der Vater voller Angst, „denn die Drogenbosse können noch viele in meiner Familie umbringen.“

Vom vergangenen Freitag bis zum Sonntag nachmittag um 16 Uhr zählte die Polizei von Belo Horizonte insgesamt 18 Tötungsdelikte. In Betim, gelegen im Großraum von Belo Horizonte, starb ein 18-jähriger durch elf Kugeln bei einer mit Freudenschüssen gefeierten Eröffnung eines Festes.

Nachtrag:
Fünf Obdachlose sind in der Nacht in einer Unterführung in São Paulo von Unbekannten beschossen worden. Eines der Opfer schwebt in Lebensgefahr. Wie die Polizei mitteilte, wären gegen zwei Uhr nachts drei Männer mit einem Auto vorgefahren und hätten das Feuer auf die schlafenden Berber eröffnet. Über etwaige Motive ist nichts bekannt.