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Ein Herz für die Möwe

Veröffentlicht am 7. Januar 2006 - 21:34h unter Blogarchiv 2005-2012

Hier ein Rezept aus meiner berühmten Sparbrötchen-Küche auf Wunsch von meiner Blog-Freundin Möwe. Ich habe versucht, es für die deutsche Küche ein wenig abzuändern, da nicht alles, was ich hier „verwerte“ in Deutschland zu erstehen ist, bzw. wesentlich teurer ist. Da ich ja kein Koch bin, habe ich bei einigen Zutaten die Mengen weggelassen, man sollte es also nach Gefühl machen. Nachwürzen kann man ja immer noch. Dies ist ein typisches Mittagsgericht aus dem armen Paraguay und wird für etwa 1 Euro je Teller angeboten.

Für 4 Personen:

1/2 kg Rinderherz
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Salz
Pfeffer
Rinderbrühe (Brühwürfel)
2 Tomaten
1 grosse Kartoffel
1 grosse Karotte
2 Kochbeutel Reis
Petersilie und andere Küchenkräuter

Rinderherz auf Arterien untersuchen und diese herausschneiden. Sofern noch die sehnige Aussenhaut am Herz ist, diese ebenfalls komplett entfernen (lässt sich abziehen). Dann das reine Muskelfleisch in kleine Würfel (0,5 bis 1 cm) schneiden. Zwiebeln klein würfeln, Knoblauch hacken. Kartoffel, Tomate (auf Wunsch häuten) und Karotte wie das Herz in kleine Würfel schneiden. Rinderbrühe (ca. 1/2 Liter) vorbereiten.

In einem grossen Topf (da kommt später noch der Reis mit hinein) das Herz mit Salz und Pfeffer kräftig anbraten. Zwiebeln und Knoblauch beigeben und noch etwas anbraten. Nun die heisse Rinderbrühe hinzugeben, die Kartoffeln und Karotten hinzugeben. Kochen lassen bis die Karotten fast gar sind.

Zwischenzeitlich den Reis kochen und warm stellen. Die gehackten Tomaten in den Topf mit dem Herzen geben und noch etwas weiter köcheln lassen. Petersilie und andere Kräuter (z.B. Majoran oder Oregano) nach Gefühl und Gefallen hinzugeben. Alles nochmals abschmecken. Es sollte zu diesem Zeitpunkt ein wenig zu stark schmecken, da der Reis am Schluss einiges an Geschmack neutralisiert.Wer es scharf mag, gibt getrocknetes Chilipulver (das vom Kebapfritzen) hinzu. Wer es ganz scharf mag, nimmt eine fein gekackte frische Chilischote.

Wenn alles ein wenig eingekocht ist, dann den Reis hinzugeben. Kräftig umrühren und nochmals so lange kochen lassen, bis fast alle Flüssigkeit verschwunden ist. Immer mal wieder abschmecken und entsprechend nachwürzen. Ich verwende dann ab und an noch Soja-Sauce oder süsses Paprikapulver, Maggi kann man dafür jedoch auch nehmen (nur wenn es noch ein wenig fad sein sollte).

Das fertige Gericht ist also ein Reisgericht mit Gemüse- und Herzstücken von ziemlich fester Konsistenz. Je nachdem, wie man es mag, lässt man es ein bisschen weniger einkochen und hat dann noch etwas Sosse. Hier wird es praktisch ohne Sosse gegessen. Es kann scharf, fad oder salzig sein, wie man es hat am liebsten mag. Variert einfach nach eurem Geschmack. Man kann auch anderes Gemüse hinzutun, z.B. Erbsen, Mais oder Paprika. Was halt gerade im Haus ist.

Fazit: Jeder macht es hier anders. Man kann es auch mit Suppenfleisch vom Rind machen. Das Fleisch wird halt durch das längere Kochen weich. Kurzum, man nimmt hier eigentlich immer die billigsten Zutaten, die man bekommen kann. Und wenn halt weniger Fleisch, Herz, etc. da ist, nimmt man mehr Gemüse oder Reis. Ich denke, 1/3 Fleisch und 2/3 Rest ist schon ausreichend.

Probiert es aus und sagt mir, ob es geschmeckt hat. Über das ein oder andere Foto und den entsprechenden Erfahrungsbericht würde ich mich sehr freuen. Leider habe ich derzeit kein aktuelles Foto, aber wenn ich es das nächste Mal mache, stelle ich eines hier in den Blog. Das obige Foto ist nur ein Beispiel für die Konsistenz, aber im Endeffekt sieht ja ein „Guiso“ oder „Risotto“ immer so aus.