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Auf der Suche nach Raubkopien

Veröffentlicht am 30. November 2005 - 15:29h unter Blogarchiv 2005-2012

Auf der Suche nach Raubkopien waren gestern Beamte der Kriminalpolizei in Toledo. Die Operation „Operação CD e DVD“ umfasste die Durchsuchung von knapp 20 Geschäften, in denen auch zahlreiches Beweismaterial sichergestellt wurde.

Die Aktion wurde durch zahlreiche Beschwerden von orstansässigen DVD-Verleihern und anderen Original-CD-Verkäufern notwendig. Unter anderem hatte auch ein Kinobesitzer verschiedene Geschäftsinhaber bezüglich dem Verkauf von Raubkopien angezeigt, da ein aktueller Kinofilm an einem Bildungsinstitut widerrechtlich öffentlich aufgeführt wurde.

Obwohl den Geschäftsinhabern strafrechtliche Konsequenzen nach §184 des brasilianischen Strafgesetzbuches drohen, ist der unbekümmerte Verkauf einschliesslich offener Auslage in den Geschäften noch immer die Regel. Der Paragraf bestraft Verstösse gegen das Urheberrecht. Der Verkauf wird mit Geldstrafe oder Haft von drei Monaten bis zu einem Jahr bestraft, die Herstellung kann bis zu vier Jahre Gefängnis mit sich bringen.

Durch eine solche lokale Aktion ist natürlich keine Eindämmung der Piraterie zu erwarten. Andere werden nun die Chance wahrnehmen, die unlauteren, doch heiss begehrten Produkte an den Mann bzw. die Frau zu bringen.

Denn das Unrechtsbewusstsein ist in der Bevölkerung nur sehr schwach ausgeprägt. Erst vor wenigen Wochen war Staatspräsident Lula da Silva in Kritik geraten, da er auf einem Regierungsflug sich ebenfalls einen raubkopierten aktuellen Kinofilm angesehen hatte. Desweiteren sind die Preise so attraktiv, dass man sich dessen kaum verwehren kann. Knapp ein Euro kostet derzeit eine aktuelle Musik-CD, ein aktueller Kinofilm etwa das Doppelte.