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Morgendliche Fischsuppe auf der Überfahrt

Veröffentlicht am 7. Februar 2013 - 10:58h unter Perspektiven

fischsuppe

Neulich im Sommerurlaub: Irgendwo im hohen Norden Brasiliens stosse ich in für mich unbekannte Gefilde vor. Mit dem Boot geht es im Bundesstaat Maranhão von Apicum-Açu auf die Ilha dos Lençóis. Hier fahren keine Fähren oder Passagierboote, nur Fischkutter sorgen für den unregelmässigen Personentransport. Und Touristen verirren sich fast nie hierher, so dass man unweigerlich den interessanten und unterhaltsamen Kontakt mit der dort lebenden Bevölkerung geniessen kann.

Und natürlich ein mehrstündige Überfahrt durch die exotischen Buchten mit ihren ausgedehnten Mangrovenwäldern. Die Menschen vor Ort kennen das natürlich alles bereits zur Genüge und beschäftigten sich daher mit ganz anderen Dingen. Zum Beispiel mit Kochen. Denn so eine Fahrt, die um 7 Uhr morgens beginnt und erst gegen Mittag endet, macht hungrig. Und da greift man dann gerne auf die wichtigste Nahrungsgrundlage der Region zurück: Fisch!

Gegen 9 Uhr morgens macht der Bootsführer plötzlich ein Holzkohlenfeuer an und beginnt, Fisch kleinzuschneiden. Der von den Schuppen befreite „Cururuca“ (vermutlich ein Atlantischer Umber) brodelt dann auch schon kurz darauf im heissen Wasser. Es ist erst knapp 10 Uhr, als sich alle Passagiere mit Heisshunger darauf stürzen und sowohl den Fisch als auch später den Sud mit der begehrten Farofa verschlingen. Auch wenn es mir persönlich für eine Fischsuppe deutlich zu früh war, probiert habe ich sie natürlich und muss sagen: es war wirklich lecker auch wenn vielleicht das ein oder andere Gewürz gefehlt hat. Aber wir waren eben auf einem Boot, irgendwo im Nirgendo!