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Die Flut der Boote – Manaus

Veröffentlicht am 14. Januar 2013 - 01:00h unter Perspektiven

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„Wo wollen Sie hin? Santarém? Wir laufen noch heute aus und sind billig!“ plappert der Mann am Hafen der Amazonasmetropole Manaus ungefragt drauf los und zeigt dabei auf ein Plakat, welches mehrere der bekannten Amazonasboote abbildet. „Wollen Sie eine Kabine? Sie können aber auch an Deck in der Hängematte schlafen, kostet weniger!“ fährt er seinen Monolog fort, bevor ich ihn mit einer Handbewegung stoppe und damit deutlich mache, dass ich keinesfalls gewillt bin, den mächtigen Amazonas mehrere Tage zu befahren.

Der Mann mit seinem kleinen Tisch, Plakat und Sonnenschirm war der erste in einer langen Reihe von Verkäufern von Schiffspassagen. Die Konkurrenz ist groß und viele Boote zahlreicher Gesellschaften wetteifern um die Passagiere. Diese wollen entweder in die weit entfernten größeren Städte wie Santarém oder sogar Belém am Atlantik. Oder aber in kleine Käffer und abgelegene Dörfer, die sich entlang des Rio Negro, Rio Solimões oder dessen zahlreiche Nebenarme gebildet haben.

Für den Aussenstehenden ist es eine mehr als chaotische Situation. Der Fahrkartenverkauf im Freien, eine Flut von Booten, die kaum auseinander zu halten sind und ein Trasportwesen, welches ganz auf die Bewohner der Region zu geschnitten ist. Als Tourist kommt man in der Regel per Flugzeug in die ehemalige Kautschuk-Metropole inmitten des undurchdringlichen Regenwaldes. Und verlässt sie damit auch wieder. Wer jedoch das Abenteuer sucht, der geht einfach an den Hafen und kauft sich an irgendeinem dieser Stände auf gut Glück ein Ticket für eine Fahrt auf dem größten und längsten Fluss der Welt.