Unser Haus (6)
Teil 6: DIE NETZVERSORGUNG
Logischerweise sind wir ja auch an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Ganz offiziell und mit einer tollen, jedoch leider viel zu hohen Rechnung am Monatsende. Unsere Netzspannung beträgt 127V bei 60Hz. Daran kann man alle 110V Geräte anschliessen, da die diese (wie z.B. auch die Glühbirnen) immer mit 110V-127V ausgewiesen sind. Für meine 220V Geräte habe ich Transformatoren angeschafft, die leider jedoch für 110V auf 220V ausgelegt sind. Daher haben diese i.d.R. eine Ausgangsspannung von 240V (+-5V je nach Schwankung). Das Ergebnis: die Waschmaschine läuft zum Beispiel ein bisschen schneller und der Mixer hebt bald ab. Mein 220V Radiowecker konnte ich allerdings wieder in die Kisten zurückpacken. Durch die höhere Netzfrequenz geht die Uhr pro Stunde zwischen 5-10 Minuten vor. Jede Stunde wohlgemerkt. Über Nacht sind dies dann schon über eine Stunde Differenz. Wer soll da noch pünktlich aufstehen?
Die Zuleitung erfolgt überirdisch von der Strasse über einen Betonpfeiler bei uns im Vorgarten, an dem auch der Zähler montiert ist. Dieser Zählerkasten enthält auch die einzige Sicherung von 40A. Von dort gehen die Kabel einfach durch 2 kleine Löcher oben ins Dach und sind dort lose verlegt. Dort kommen sie entweder einfach aus der Holzdecke (für Lampen und elektrische Dusche) oder gehen in die Wände zu den Schaltern und Steckdosen. Alles in allem eine abenteuerliche Konstruktion.
Neulich ist Vilma etwas lustiges passiert. Eine Wespe liess ich im Schlafzimmer in der Nähe der Glühbirne auf der Holzdecke nieder und meine Frau hat versucht, sie mit ihrem Schuh zu terminieren. Dies musste sie mehrfach versuchen, da das Viech ziemlich schnell war. Doch beim letzten finalen Schlag war nicht nur die Wespe tot, sondern die Glühbirne brannte auch gleich mindestens 50% heller. Ob es nun am Glühdraht lag oder an einem besseren Kontakt in der Stromzufuhr mag ich nicht beurteilen. Eines ist jedoch sicher: Dann und wann ein dosierter Schlag wirkt Wunder!




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April 11th, 2006 at 00:40
Hallo Dietmar,
da muss ich als Techniker doch ein wenig klärend “eingreifen”!
Zu deinem Radiowecker:
dass der schneller läuft liegt nicht an der Spannung, sondern an der anderen Netzfrequenz! Die einfachen Radiowecker nehmen einfach die Frequenz der Netzspannung (allerdings hinter dem Transformator der Stromversorgung), schicken diese in einen “Zählerschaltkreis” und erhalten Sekundenimpulse, Minutenimpulse, Stundenimpulse (der erste “Zähler” zählt immer 50 Impulse und erhält so jede Sekunde einen Impuls, der zweite zählt 60 Impulse (jede 60 Sekunden ein Minutenimpuls) und der dritte ebenfalls 60 (alle 60 Minuten einen Stundenimpuls).
Das gilt für ein 50-Hz-Stromnetz! Jetzt schließt du das Ding aber an 60 Hz an und damit läuft der ganze Vorgang um 20% zu schnell ab, denn der erste Zähler müsste ja bis “60″ zählen, um eine Sekunde zu erhalten!
Alles klar? Hättest du z.B. noch einen alten Plattenspieler (ohne geregelten Gleichstrommotor für den Antrieb), würde auch der 20% schneller “drehen”!
Nun die Lampe:
Der Glühfaden in einer Glühlampe besteht aus einem sehr dünnen Wolframdraht, der bei der Herstellung zu einer Spirale “gedreht” wird. Damit nicht genug, wird nun aus dieser “Spirale” nochmals eine – etwas größere – Spirale gedreht (der so genannte Doppelwendel). In der Glühlampe selbst ist der Wendel zwischen zwei Anschlussdrähte “eingeklemmt” und wird (meistens zwei) durch dünne Stützdrähte immer schön “gerade” gehalten.
Beim Betrieb wird – wie der Name “Glühlampe” vermuten lässt – dieser dünne Doppelwendel bis zur Weißglut erhitzt, um die gewünschte Helligkeit (aber leider auch unerwünschte Wärme) abzugeben. In diesem Zustand ist der Wolframdraht schon so heiß, dass er zwar nicht flüssig, aber auch nicht mehr fest ist, sondern sich in einer Art “klebrigen” Zustand befindet.
Wird nun eine Glühlampe im Betrieb erschüttert, kann es dazu kommen, dass benachbarte Windungen des Doppelwendels miteinander Kontakt bekommen und verkleben. Damit ist dann natürlich die Länge des Wendels etwas kürzer, der Widerstand geringer, der Strom durch die Lampe größer, die Temperatur des Wendels und damit die Helligkeit größer geworden! Leider ist damit aber auch eine geringere Lebensdauer verbunden!
Du kannst übrigens ganz schön Stromkosten sparen, wenn die die “Heizbirnen” (etwa 95% der Energie, die eine Glühlampe verbraucht, wird in Wärme umgesetzt) gegen Energiesparlampen austauschst (die es auch für 115V gibt). Ich hatte letztes Jahr alle Glühlampen nach und nach gegen Energiesparlampen ausgetauscht und eine Einsparung von mehr als 10% der Stromkosten erhalten. Vor allem die 100W-Lampen im Wohn- und im Arbeitszimmer hatten fleißig verbraucht. Die sind jetzt durch 22W-Sparlampen ersetzt, die heller sind, ein weißeres Licht haben und bei den üblichen Spannungsschwankungen so gut wie keine Helligkeitsänderungen zeigen. Das Ätzende hier ist, dass manchmal am Abend die Netzspannung auf – gemessene – 155 Volt absackt und eine Glühlampe dann wirklich nur noch rötlich “glüht”! Die Energiesparlampen arbeiten ähnlich wie das Schaltnetzteil eines Notebooks. Aus der Netzspannung wird mit einem kleinen Schaltnetzteil eine Gleichspannung erzeugt, die beim Einschalten hoch ist (damit die Leuchtstoffröhre der Sparlampe “zündet”) und dann sofort auf eine ziemlich konstante niedrigere Spannung geregelt wird. Damit werden die Schwankungen in der Netzspannung weitestgehend ausgeglichen.
So, genug geschwafelt, ist wieder fast ein eigener Artikel geworden!
April 11th, 2006 at 01:00
1. Wieder was dazugelernt.
2. Das sind 2 vollständige Artikel!
3. Deiner war der erste Kommentar unter der 2.0beta (zumindest heute, du wirst es besser wissen)
4. Gute Nacht!
April 11th, 2006 at 08:58
Zur Beta:
), auch der Unterschied zwischen den größten und kleinsten Schriften hat zugenommen (sieht man, wenn mit “Strg” + “Mausrad” die Schrift im Text verkleinert wird, dann ist beispielweise “Bitte kommentieren Sie!” immer noch riesig, aber “Ihr Name” ist nur noch zu erraten).
Sieht unheimlich “wuchtig” aus und beansprucht viel Platz auf dem Bildschirm. Nicht nur, dass die Fontgröße zugenommen hat (jetzt kann ich endlich deinen Blog vom Esszimmertisch aus ohne Fernglas lesen
Was mir ebenfalls heute früh aufgefallen ist, ist dass dein Google-Pageranking durch das Brasseln offensichtlich abgesackt ist. Wie sonst kommst du von “5″ zuvor auf die jetzigen “4″?
Zu meinem Kommentar noch ein Nachtrag:
Das “Die Energiesparlampen arbeiten ähnlich wie das Schaltnetzteil eines Notebooks. ” ist natürlich wirklich nur “ähnlich” gemeint, denn ganz klar, dass beim Notebooknetzteil die Spannung vom Ein- bis zum Ausschalten KONSTANT bleibt!
April 11th, 2006 at 13:45
Interessant, viel von Hebinho gelernt.
Danke
LG:Möwe
April 11th, 2006 at 15:12
Tja, jeder Blog hat seinen Experten.
Ich habe glücklicherweise Hebinho, der immer tolle Ergänzungen zu meinen zusammengeschusterten Artikel machen kann oder, wie heute einmal wieder, korrigierend eingreift, wenn ich mit meinen Vermutungen mal wieder daneben lag.
Aber ich gebe zu: Manchmal provoziere ich das auch!
Nach dem Motto: “Warum vorher Hebinho fragen. Er kann es ja später noch in den Kommentaren korrigieren!”