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Strassenreparatur: mit Pinga gegen die Kälte in Toledo

Veröffentlicht am 9. Juni 2007 - 07:23h unter Blogarchiv 2005-2012

Als es in der vergangenen Woche so irrsinnig kalt war, hat sich an einem frostigen Vormittag eine ganz lustige Geschichte hier in Toledo abgespielt, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Es war einmal wieder Zeit, bei uns die Strasse auszubessern. Und so kam ein Teerlaster an unserem Haus vorbei und spritzte als erstes die Löcher mit Flüssigteer an, damit die neue aufzutragene Masse auch besser hält.

Unsere Strasse wird mal wieder ausgebessert
Danach kommt dann ein ganzer Trupp, beginnend mit einem LKW, der den Asphalt geladen hat. Von dort oben schmeisst ein Mann dann die Masse mit einer Schippe auf die Strasse. Weitere zwei Männer verteilen sie dann erst gleichmässig mit einem Schieber …

Sonnig aber kalt war es an dem Vormittag
… bevor die schwere Walze abschliessend drei bis viermal drüberfährt und das ganze befestigt. Über Sinn oder Unsinn dieser Aktion und auf die Haltbarkeit der Massnahme will ich aber gar nicht detailliert eingehen.

Viel wichiger ist: einer der Männer kommt bei uns aus der Familie. Es ist Marcos, Jasmins Grossonkel und ein netter Kerl, mit dem ich öfters grille und schon auch mal ein Bierchen zwitschere. Nun liess er es sich logischerweise nicht nehmen, beim „Vorbeiarbeiten“ ein kleines Päuschen an unserem Gartenzaun einzulegen und einen kleinen Schwatz zu halten. Trotz Sonnenschein war es wahrlich kalt gegen 10 Uhr morgens, so dass wir überlegten, wie wir uns wohl aufwärmen könnten. Und da kamem wir auf die Idee, ein kleiner Pinga* könnte ja nicht allzu verkehrt sein. Gesagt getan, und so standen wir schon bei uns in der Küche, jeder mit einem kleinen Gläschen in der Hand. Doch da man bekanntlich auf einem Bein nicht stehen kann, stellten wir wie echte Männer das Gleichgewicht her.

Als Marcos wieder Richtung Strasse ging, winkte ihm der Fahrer der Lasters zu. Getreu dem Motto: „Was geht hier ab?“. Und nachdem Marcos ihm vom kleinen Schnäpschen erzählt hatte, stand auch dieser Sekunden später bei mir in der Küche und ich versorgte ihn mit dem kleinen Aufwärmer.

Mehr Jungs musste ich nicht „medizinisch“ betreuen, hätte es aber auch ohne Probleme gemacht. Minuten später war die Karawane vorbeigezogen und ich hatte neben einer lustigen Geschichte im Kopf auch ein wohlig warmes Gefühl im Magen.

* Pinga ist ein einfacher Cachaça, ein Zuckerrohrschnaps wie er auch für Caipirinha verwendet wird

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