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Ein glänzende Ausrede

Veröffentlicht am 2. November 2005 - 01:57h unter Blogarchiv 2005-2012

hat Stoiber nun gefunden, um in München weiter den Platzhirschen spielen zu können. Das Gerangel in Berlin um die Kompetenzen und Bereiche seines Ministeriums, das Gerangel in der CSU um die Besetzung seines Postens, all dies ist nun Schnee von gestern. Die Steilvorlage kam von Franz Müntefering durch seine trotzige Ankündigung der Aufgabe des Parteivorsitzes. Dass Müntefering aller Voraussicht im Kabinett bleibt, wie inzwischen SPD-Kreise verlauten liesen, hindert Stoiber nicht daran, die Heimreise nach Bayern anzutreten. Der Eckpfeiler der grossen Koalition sein nicht mehr vorhanden, lauten die Kommentare des ehemaligen Fast-Wirtschaftsminister. Und die SPD sei nun unberechenbar geworden. Die verbliebenen Regierungsanwärter, die die schallenden Ohrfeigen aus SPD und CSU inzwischen verdaut haben, geben sich trügerisch optimistisch. Die Koalitionsverhandlungen würden nicht scheitern, man sei im Zeitplan und einen Nachfolger für Stoiber hätte man auch schon: Michael Glos. Die CSU spielt in Berlin Herr im Hause und Merkel kann nur zusschauen. Nach den Fehlern im Wahlkampf nun noch weitere Aktionen der „Schwesterpartei“, die die Union unter Merkel schwächen. Die CSU sollte sich mal überlegen, was sie da tut. Jetzt kommt mir der Vorschlag, die Geschäftsordnung des Bundestages zu ändern und CDU und CSU als eigenständige Fraktionen zu betrachten gar nicht mehr so schlecht vor. Alles in allem kann man nur eines zu den ganzen infantilen Spielereien in Berlin sagen:

Brandt, Adenauer und Strauß würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie das sehen könnten!