Der monatliche Einkauf
Immer am Monatsanfang gehe ich unseren Grosseinkauf machen. Ich verwende dafür dann immer unsere Einkaufskarte, die Vilma von ihrem Arbeitgeber gestellt bekommt und somit Teil ihres Lohnes ist. Bisher wurden dort immer 105 R$ monatlich aufgebucht, ab Juni sind es jetzt 125 R$ (etwa 45 Euro).
Heute habe ich 88 R$ (etwa 32 Euro) ausgegeben, da wir von einigen Dingen wie Reis, Zucker und Mehl noch genügend im Haus haben. Da merkt man auch mal wieder, dass ich 2 Wochen nicht daheim war. Schon ist der Vorratsschrank am Monatsende besser gefüllt.
Hier aber einmal ein Foto meiner Einkäufe:
Fleisch, Gemüse, Nudeln, Öl, Waschmittel, Süssigkeiten und vieles mehr fand ich am Ende meiner Fahrt durch die verlockenden Regalreihen an der Kasse in meinem Wagen. Extreme Ausreisser sind darunter nicht zu finden, da ich eigentlich immer versuche sehr sparsam einzukaufen. Wenn ich mehr Geld zur Verfügung habe oder weniger einkaufen muss, dann leisten wir uns schon einmal besseres Fleisch oder exotischere und damit teurere Früchte. Ansonsten ist es eigentlich immer dasselbe. Und ein Junge vom Supermarkt hat dies in einem Karren bis an meine Küchentür gefahren. Natürlich kostenlos. Nur in die Schränke einräumen muss ich es noch selber.
Auf ein paar spezielle Dinge meines Einkaufes werde ich noch genauer eingehen. Wenn ihr aber etwas auf dem Foto entdeckt habt, eine Detailaufnahme und nähere Infos dazu wollt, dann zögert bitte nicht, mich in den Kommentaren danach zu fragen.


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Juni 2nd, 2006 at 20:07
Echt interessant…. Wie lange kommt ihr damit aus? Wir haben 3 ‘gefräßige’ (da schnell wachsende) Teener-Söhne in der Familie
, und das würde eine solche Quantität, grob geschätzt, höchstens 3 Tage reichen.. Wie sieht es überhaupt mit Brot/Brötchen aus? Kauft ihr die jeden Tag frisch beim Bäcker?
Einige Artikel erkennt man ja sofort, wie Eier, Hackfleisch, Würstchen, Waffeln, Spirelli, Toi-Papier, Waschpulver(?), Margarine, Kartoffeln, Tomaten(?), Limo/Saft… aber was sind die anderen?
Juni 2nd, 2006 at 21:03
Mal abgesehen von Lebensmitteln, die man mehr oder minder frisch kaufen muss, sollte das eigentlich den Monat über reichen. Aber das liegt ja mehr daran, dass bei uns eigentlich niemand etwas isst.
Meine Frau isst mittags auf der Arbeit und abends eigentlich nie was. Und ich bin zu faul, mir grossartig was zu kochen und mich aus der PC-Arbeit rauszureissen. Und unsere Tochter wird im Kindergarten wirklich ausreichend versorgt.
Nur wenn meine Frau frei hat, dann wird gekocht und gegrillt und meist soviel, dass ich davon noch die nächsten drei Tage Essen kann.
Ja, die meisten Dinge hier gibt es auch in Deutschland. Und ganz exotische Dinge kaufe ich eher selten. Wir essen hier vielleicht mehr Reis und Bohnen und auch die Fertiggerichte halten sich in Grenzen, da sie einfach meines Erachtens hier viel zu teuer sind.
Die Limo (neben dem Waschpulver) ist im übrigen Spülmittel. Vor den Kartoffeln stehen Gewürzgurken. Links neben dem Klopapier sind Chips und Popcorn, davor Müllbeutel, Kaffee, Öl, Brot, Kekse. Vor dem Waschmittel steht Tomatenmark und Dosen mit Erbsen und Mais. Das “Assolan” ist Stahlwolle zum Topfreinigen. Und zwischen Würstchen und Hackfleisch liegen verschiedene Fleischsorten (z.B. für Gulasch und zum Grillen) sowie ein Hähnchen (Bericht folgt) und Hühnerbrust. Auf das Gemüse bin ich ja hier bereits detailliert eingegangen. Allerdings habe ich den Knoblauch vergessen, der ist in der Tüte neben der Margarine.
Zu meinem normalen Warenkorb gehört eigentlich noch ein 2kg Paket Zucker und ein 5 kg Paket Mehl und 2 Kilo Reis, doch all dies haben wir noch genügend.
Brot könnte ich beim Bäcker täglich frisch kaufen. Allerdings nur Weissbrot, wie es auch auf dem Tisch steht oder Brötchen. Doch da ich lieber etwas festeres Brot mag, wird meist selbst gebacken. Ergebnisse diesbezüglich gibt es hier und hier.
Ich denke, dass ich im Juni nochmals Gemüse, Eier, Brot und Salat, Joghurt (für die Tochter) kaufen werde. Und Fleisch zum Grillen. Der Rest sollte eigentlich reichen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass ich bereits am Montag den Kühlschrank wieder auffüllen müsste, wenn ich drei Jungs dreimal am Tag am Küchentisch sitzen hätte.
Juni 3rd, 2006 at 19:48
Danke für die vielen Erläuterungen! Ja, nun verstehe ich es viel besser…. Brot: hmm, das sieht wohl sehr lecker aus, was ihr da selbst backt. Aber geht es dir nicht manchmal auch so, dass du in bestimmten Momenten einen Heißhunger auf echtes, deutsches Brot bekommst? Ich wohne auch schon seit über 15 Jahren im Ausland, weg von Deutschland. Es gab Momente, in denen ich deutsches Brot, Brötchen… unglaublich vermisst habe. Wie auch einige deutsche Basis-Gerichte, die es hier nicht gibt…
(Sauerkraut hast du beispielsweise schon selbst gemacht – werde ich demnächst auch mal versuchen). Inzwischen habe ich ein (teures) Geschäft entdeckt, in dem es ab und zu auch originales deutsches Brot gibt, dann greife ich zu, obwohl es wahnsinig überteuert ist…. Manchmal gibt es sogar 5 dünne Scheiben echtes Pumpernickel zu 5 Euro, auch dann kann ich kaum widerstehen (lach). Wie kommt das nur?? Kindheitserlebnisse sind wohl das Prägende… oder? Eine andere Erklärung habe ich nicht für mein diesbezügliches Verlangen und die daraus resultierende ‘Unvernunft’ (grins)
Juni 4th, 2006 at 00:11
Ja, ich weiss was du meinst. Als ich noch in Asunción lebte, habe ich manchmal in einem deutschen Geschäft eingekauft, allerdings auch zu Importpreisen (viele Produkte von SPAR). Und diese Preise haben mir mit der Zeit den Appetit verdorben. Einen deutschen Bäcker und einen deutschen Metzger gab und gibt es dort auch. Also konnte ich mich über mangelndes deutsches Brot, Weisswürste, etc. nicht beklagen. Hier gibt es dies leider nicht, aber ich bin ja dann und wann in Paraguay, da lasse ich es mir dann schmecken.
Typisch deutsch habe ich eigentlich nie gegessen und so manche Dinge mache ich mir, du hast das Sauerkraut schon erwähnt, dann einfach selbst. Brot, Teigwaren (Spätzle), Kuchen, etc. kann man ja alles selber machen. Und Kohlrouladen oder Gulasch bekomme ich auch noch hin.
Eine Perversion kann ich hier leider nicht ausleben: Ravioli von Maggi kalt aus der Dose löffeln. Und aufgrund des Gewichtes habe ich mir auch noch keine mitbringen lassen.
Am problematischsten sehe ich noch die Gewürze und Kräuter. Viele Gerichte schmecken halt einfach nicht wie früher, weil dies oder das fehlt. Ein Gurkensalat ohne Dill (sehr schwer hier zu bekommen und er wächst auch nicht) ist halt kein richtiger Gurkensalat.
Aber ich bin nicht allzu anspruchsvoll und gewöhne mich rasch an die lokale Küche und geniesse diese dann auch. Besonders wenn ich bekocht werde. Dann vergesse ich schon mal die Leckereien von früher.