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Churrasco e Coco Verde

Veröffentlicht am 27. November 2005 - 21:05h unter Blogarchiv 2005-2012

Heute habe ich ja wirklich allerhand zu berichten. Zuerst das Chuchu-Update, Leben auf Pump II und die lustige Täubchen-Story. Aber wie sah eigentlich mein Tag aus?

Nun, geschlafen habe ich bis in die Puppen. Nach ein paar Tassen Kaffee und der routinemässigen Überprüfung des Posteinganges ging es ans Grillen. Denn heute war ein Churrasco geplant und das Wetter war (und ist es auch noch) fabelhaft. Keine Wolke am Himmel, über 30 Grad und Mittags wirft sogar mein Bauch keinen Schatten, so hoch steht inzwischen die Sonne. Und dies alles nur im Kreise meiner beiden Liebsten, keine sonstigen Gäste oder Verwandschaft. Soviel Ruhe hatte ich mir nach 8 Tagen Rio redlich verdient.

Und während die Holzkohle so langsam durchglüht und das Fleisch dann letztendlich über dem Feuer hängt, nachdem der Salat von meiner Frau zubereitet wurde und unser Töchterchen wieder aufgewacht war, also zu einem Moment, wo wir alle zusammen waren und genügend Zeit hatten, hiess es: Coco Verde! Es ist nicht ganz einfach, die Kappe abzuschlagen ohne dass der Inhalt herausläuft, aber diese grüne Kokosnuss hat es in sich. Eiskalte Kokosmilch bei tropischer Hitze in der Hängematte schlürfen und dabei leckeres Fleisch auf dem Grill beobachten – so liebe ich das Leben in Brasilien! Und selbst Jasmin fand gefallen daran! Übrigens kostet hier eine Coco Verde 30 Euro-Cent (genausoviel wie die Monatsrate für die Schlappen in dem vorherigen Beitrag).

Doch auch irgendwann ist die Kokosnuss alle und das Fleisch muss gedreht werden. Hier im Süden wird eigentlich nur mit dem Spieß gegrillt, Roste sind fast gänzlich unbekannt, bzw. werden nicht genutzt. Selbst die Würste werden aufgespiesst. Da ich leider hier im Haus keinen gemauerten Grill habe, habe ich mir ein solches Gestell zugelegen müssen. Auf insgesamt vier Ebenen kann gegrillt werden. Für mich manchmal noch ein bissen gewöhnungsbedürftig. Auch das Aufspiessen des Fleisches ist eine Kunst. Aber wenn man es erst einmal kann, macht es viel Spaß und vielleicht schmeckt das Fleisch sogar besser.

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Es gab Hochrippe vom Rind, Schweinefleisch und Würstchen. Dazu einen leckeren Salat. Die Würstchen werden immer noch beim Grillen nebenbei gegessen, da sie ja immer zuerst fertig sind. Dazu schneidet man sie in kleine Stücke und tunkt sie in grobes Maniokmehl, Farofa genannt. Es ist somit Vorspeise und Appetitanreger zugleich, wenn nicht der Duft der Grill-Köstlichkeiten dies bereits veranlasst.

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Mir hat es auf jeden Fall sehr gut geschmeckt. Aber ich war ja auch der Grillmeister. Doch ohne den Würzer (im heutigen Fall meine Frau) schmeckt auch das beste Gegrillte nur halb so gut. Frischen Knoblauch, Essig, grobes Salz und feine Gewürze machen ein brasilianisches Churrasco unwiderstehlich.

Und nach frischer Kokosmilch (die hier Agua de Coco heisst – übersetzt Kokoswasser) und einem leckeren Essen bleibt mir nur noch die Hängematte, um den Tag richtig zu geniessen. Und wenn es nachher langsam kühler wird, werde ich für uns aus eigenen Limonen noch ein paar nette Caipirinhas mixen.

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