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  • Roter April: Landlose der MST besetzen landesweit 18 Fazendas

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    Veröffentlicht: 14. April 2008 um 19:04h | Aktualisiert: 14. April 2008 um 19:07h
    Abgelegt unter: Brasil - WebNews, Politik & Wirtschaft | Gelesen: 234 · heute: 2

    Die brasilianische Landlosenbewegung MST hat im Rahmen ihrer Kampagne “roter April” in den vergangenen Tagen landesweit 18 Fazendas besetzt. Sie will damit auf die ihrer Meinung nach stockende Agrarreform im Land beschleunigen. Wie die Organisation mitteilte, ist Pernambuco mit 14 Fazendas am stärksten betroffen. Zudem wurden in São Paulo, Alagoas, Roraima und Rio Grande do Sul jeweils eine weitere Fazenda von den Anhängern der umstrittenen Bewegung in Beschlag genommen. Hinter der MST stehen nach eigenen Angaben rund 5 Millionen Landarbeiter ohne Grundbesitz.

    Auch Landlose dürfen sich nicht über geltendes Recht hinwegsetzen (Foto: Divulgação)
    Auch Landlose dürfen sich nicht über geltendes Recht hinwegsetzen (Foto: Divulgação)
    Jährlich konzentriert die MST im April ihre Aktionen, um mit dem “roten April” an einen Zwischenfall vor 12 Jahren zu erinnern, bei dem 19 Anhänger bei der Räumung einer widerrechtlich errichteten Strassensperre ums Leben kamen. Der von der MST als “Massaker” bezeichnete Polizeieinsatz geschah am 17. April 1996 in Eldorado do Carajás im Bundesstaat Pará. Die Landlosenbewegung kritisiert weiterhin, dass von den 155 an der Aktion beteiligten Polizisten bis heute keiner in Haft sitzt. Gegen 144 Beamte wurden Verfahren eröffnet, zwei Polizisten letztendlich verurteilt, die jedoch weiterhin aufgrund eines Berufungsverfahrens auf freiem Fuss sind.

    2.500 Familien beteiligen sich in Pernambuco derzeit an den widerrechtlichen Besetzungen der 14 Landgüter. Die radikale Organisation behauptet, alle besetzten Flächen werden von den Eigentümern nicht genutzt und müssten daher seitens der Regierung in die Agrarreform mit aufgenommen werden. Bei einigen Fazendas wurden jedoch in den vergangenen Jahren bereits entsprechende Verfahren durchgeführt. Am Ende dieser Prozesse wurden die Flächen teilweise durch den obersten brasilianischen Gerichtshof von der Agrarreform ausgeschlossen.

    Doch die MST erkennt diese Urteile nicht an. Vielmehr will sie die Ländereien auf unbestimmte Zeit besetzen, mindestens jedoch, bis in anderen (illegalen) Landlosensiedlungen entsprechende Infrastrukturen geschaffen wurden. Auch vor staatlichem Eigentum macht die Organisation nicht halt. In Alagoas wurde eine Länderei der “Banco do Estado de Alagoas”, verwaltet durch die Regierung des Bundesstaates besetzt. Und in São Paulo wurde das Besitztum der AmBev, des grössten Getränkeherstellers Lateinamerikas (Brahma) okkupiert, da Teile der mit Zuckerrohr- und Eukalyptusplantagen genutzten Fläche dem Staat gehöre und nie ordentlich reguliert wurde.

  • Gewaltaktionen der MST bedrohen Rechtsstaatlichkeit in Brasilien
  • Alles über die MST im brasilblog Magazin
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