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Wichtige Nachrichten aus Brasilien

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  • Protestbrief an die Rapunzel AG

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    Veröffentlicht: 7. Februar 2006 um 20:58h | Aktualisiert: 7. Januar 2007 um 02:13h
    Abgelegt unter: Gesundheit & Umwelt, Politik & Wirtschaft | Gelesen: 1157 · heute: 2

    Heute möchte ich das Thema Rapadura / Rapunzel AG noch einmal aufgreifen. Die Debatte darüber ist ja noch in vollem Gange. Wir erinnern uns:

    Rapadura ist ein Wort für ein Nahrungsmittel im brasilianischen Wortschatz wie z.B. Sauerkraut im Deutschen. Es steht für eingekochten Zuckerrohrsaft (Infos zur Herstellung) und ist im Norden Brasiliens neben einer Süssigkeit auch ein wichtiger Energiespender im sonst eher kargen Speiseplan. Nun hat das deutsche Unternehmen Rapunzel AG diesen Namen schon vor Jahren für sich markenrechtlich weltweit(?) schützen lassen. Die Hersteller hier in Brasilien befürchten nun, zukünftig Gebühren für die Verwendung des geschützten Namens an das deutsche Unternehmen zahlen zu müssen. Auch wehren sie sich dagegen, dass ein Unternehmen aus Europa einfach ein brasilianisches Wort schützen lässt und nicht einen daraus abgeleiteten Fantasiennamen. “Das wäre ja als würde Brasilien das Sauerkraut patentieren!” erklärten die Protestler bei ihrer letzten Demonstration vor der deutschen Botschaft in Rio de Janeiro im Januar.

    Alexander Busch schrieb darüber im Handelsblatt und ich habe hier ebenfalls bereits darüber berichtet. Und dort erreichte mich heute ein Kommentar, den ich hier unverändert wiedergebe:

    Gregor [Besucher] am 07.02.06 @ 18:46

    Hallo, ich habe eben einen Brief geschrieben und an Rapunzel geschickt, um meinen Protest wg. Rapadura zum Ausdruck zu bringen. Hier ist er, für alle, die das auch tun möchten:

    Sehr geehrte Frau Vermeulen /-r Herr Wilhelm,

    ich möchte Sie darüber in Kenntnis setzen, dass ich alle Produkte aus Ihrem Hause meide, seit ich davon erfahren habe, dass Sie gegen alle Einwände daran festhalten, ein brasilianisches Wort als Marke zu besitzen und den Einheimischen den Gebrauch eines Wortes ihrer Sprache verbieten wollen.

    Diese Methoden halte ich für unlauter, Sie begeben sich damit auf die selbe Stufe wie die verachtenswerten Multi-Konzerne, die versuchten und versuchen, Patente auf Pflanzen und menschliche Gene durchzuringen. Ein für eine Bio-Firma ganz und gar unrühmliches Verhalten.

    Solange Sie den Markenschutz für Rapadura aufrecht erhalten, werde ich keine Produkte aus Ihrem Hause kaufen.

    Die Adresse ist:
    Rapunzel Naturkost AG, Haldergasse 9, D-87764 Legau
    Telefon: +49 8330 / 910 - 0
    Telefax: +49 8330 / 910 – 188
    E-mail: info@rapunzel.de / Web: www.rapunzel.de

    Jennifer Vermeulen und Joseph Wilhelm sind Gründer und Vorstand der Rapunzel AG. Ich habe meinen Brief auch an jennifer.vermeulen@… und joseph.wilhelm@… geschickt, sowas kommt meistens an.

    Wenn ihr das für eine gute Idee haltet, kopiert den Brief auf andere Websites!

    Letzterem bin ich hiermit nachgekommen. Ich mag Rapadura, habe es hier in Brasilien kennen und schätzen gelernt und gleich welcher Produzent mit gleich welchen Rechten es vertreiben mag, es wird für mich immer Rapadura bleiben.

    Einen ebenfalls sehr interessanten Artikel findet man auf Seite 3 der Zeitung Kaperbrief [PDF-Download], herausgegeben von der BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie. Darin wird auch noch ein zweiter Fall beschrieben, nämlich der Versuch eines japanischen Unternehmens, die brasilianische Frucht “Cupuaçu” für sich schützen zu lassen.

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  • 2 Kommentare
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    1. tust mir echt leid Gregor du weisst doch gar nicht was du von dir gibst ? oder glaubst du alles ohne eigene recherge ?

    2. Ach herrje!

      Brasilien ist ein Land, an dem an jeder Ecke Piraterie betrieben wird, unverhohlen Piraterieartikel an der Straße angeboten werden und Patentrechte, sowie Markenschutz schlichtweg ignoriert werden!
      Und dann regt man sich über ein so unbedeutendes wie unbekanntes Wort wie “rapadura” auf? Dabei ist sie ja nicht einmal ausschließlich brasilianisch, sondern ebenso in Costa Rica und Panama beheimatet.
      Schon schlecht, wenn man seine eigenen Schandtaten mal selber zu spüren bekommt…
      Also, erstmal selber die Rechte anderer respektieren, DANN über andere beschweren!

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