
Toledo feiert
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seinen Geburtstag immer am 14. Dezember. Wie bereits erwähnt, ist es dieses Jahr der 53. Jahrestag. Und in der ganzen Stadt sprach es sich herum, am Abend wird kräftig gefeiert. Und es gibt Freibier. Tja, dann darf ich nicht fehlen, dachte ich mir und so ging es gegen 20.45 Uhr los ins Zentrum.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Praça Willy Barth
Als wir ankamen, war schon die Hölle los. Der Praça Willy Barth, ein Platz im Zentrum, der derzeit auch als “Weihnachtsmarkt” dient, war absolut überfüllt. Und die 4-spurige Strasse daneben ebenfalls. Menschen wohin man schaute. Ich schätze mal, es dürften 10.000 gewesen sein. In der Zeitung habe ich gelesen, dass zu dem Grillfest am Mittag ungefähr 3.000 Leute kamen. Über die Abendveranstaltung steht bis jetzt noch nichts in der Online-Zeitung. Am Vormittag gab es ja eine Festveranstaltung mit Reden des Bürgermeisters und anderen Politikern oder Wirtschaftsvertretern. Zu diesem Anlass hatten sich die Supermärkte von Toledo etwas ganz besonderes einfallen lassen und den “ofiziellen brasilianischen Weihnachtsmann” mit dem Hubschrauber einfliegen lassen. Dieser landete dann ganz spektakulär in der Nähe des Rathauses.
Aber ich denke ich schweife ab.

Menschenmassen auf der Strasse vor der Bühne
Nun, wir kamen gerade rechtzeitig um noch das Ende des Feuerwerkes und den Beginn der Show mitzubekommen. Ein Gruppe, deren Name ich vergessen habe, spielte boygrouptechnisch Musik für die Kiddies. Dem hörten wir eine Weile zu, dann wollten wir doch mal im Gedränge nach dem Freibier Ausschau halten. Doch von Freibier keine Spur. Wir entdeckten nur eine bestimmt 500m lange Schlange, die beim kostenlosen Kuchen anstand. Haah, dachte ich mir, wenigstens etwas. Ob der wohl reicht für die vielen Leute? “Ja” bestätigte mir kurz darauf meine Vilma, “der Kuchen ist 53m lang!” Also ein Meter pro Jahr, dachte ich mir, dass sollte Mainz mal machen. Ich nutzte geschickt meine kleine Tochter, um über die Absperrung hinweg einen Kuchenausteiler zu bequatschen, und so bekamen wir unseren Kuchen ohne Anstehen. Ist zwar unsozial, aber schliesslich bin ich ja mit falschen Versprechen dorthin gelockt worden. Und geschmeckt hat die Sahnecreme mit Fruchtfüllung auch noch.

Die fleissigen Kuchenausteiler bei der Arbeit
Jasmin kam das alles sehr fremd vor. Sie hatte Angst vor den vielen Leuten und vor den beleuchteten Weihnachtsbäumen, die übrigens alle komplett aus PET-Flaschen gemacht sind. Hier wird zum Fest der Feste recyclet, was das Zeug hält. Da musste erst der Papa kommen, den Plasitk-Weihnachtsbaum anfassen und somit demonstrieren, dass die ganze Angelegenheit ungefährlich ist, dann griff auch das Töchterchen mal zu. Diese Reaktion hat mich sehr überrascht, aber ein wenig stolz war ich schon auf mich und natürlich auf mein Töchterchen, welches so viel Vertrauen in mich zu haben scheint. Noch ein paar abschliessende Fotos und meine Jasmin schlummert in meinem Arm. Daher beschlossen wir, dem Trubel den Rücken zu kehren und gingen heim.

Jasmin und die Mama begutachten den Recycling-Weihnachtsbaum
Die Veranstaltung war zivilisiert und diszipliniert, ich bin die ganze Zeit mit meiner Digitalkamera herumgelaufen, alles kein Problem. Ältere Leute hatten sich ihre Campingstühle mitgebracht, Kinder tollten herum, und auch viele Erwachsene genossen die Musik-Show. Effektiv gesehen habe ich einen Polizeiwagen mit drei Beamten. Sicherlich stand am anderen Ende der Veranstaltung auch noch ein weiterer Wagen, aber ein Grossaufgebot hielt man wohl nicht für nötig.
Höchstwahrscheinlich war ich Kuchen-Vordrängler mal wieder der Einzige undisziplinierte. Aber es gab, und ich wiederhole mich jetzt wahrscheinlich, kein Freibier. Dass allein war Grund genug. Jedoch unabhängig von kostenloser Hopfenkaltschale gibt es viele Bilder im Fotoalbum, und zwar im Set “53 Jahre Toledo“. Viel Spaß beim Anschauen.
Friedlich Feste feste feiern. Hier in Toledo ist das Realität.
Und das finde ich schön.



























